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Zweitleser ist ein
gemeinnütziges und nicht gewinnorientiertes Qualifizierungs- und
Beschäftigungsprojekt der Gesellschaft
für Jugendsozialarbeit und Bildungsförderung e.V.
[GJB]. Die GJB selbst bietet am
Standort Stuttgart etwa 300 Arbeitslosen die Möglichkeit der
beruflichen
Qualifizierung, sozialpädagogischen Unterstützung und
Vermittlungshilfen beim Weg zurück in eine existenzsichernde
Erwerbstätigkeit.
Der Begriff Zweitleser
Zweitleser ist eine einfache Idee, die eine sinnhafte
Wiederverwertung von an und für sich überflüssigen Medien mit einem ernsthaften
Qualifizierungscharakter für Arbeitslose verbindet. Wie geht das?
Wir sind davon ausgegangen, dass jeder in irgend einer Ecke seiner Wohnung,
seines Arbeitsplatzes oder wo auch immer alte Bücher herumstehen hat, die
nie mehr gelesen werden. Spätestens beim nächsten Umzug oder dem Frühjahrsputz
landen sie im Altpapiercontainer. Manchmal auch schweren Herzens, denn viele
Bücher sind nicht kaputt. Sie könnten auch von einem Zweiten gelesen werden.
Und so ist der Name Zweitleser entstanden.
Das Qualifizierungsprojekt
Unser Ansatz ist es, Arbeitslosen eine sinnstiftende und
qualifizierende Beschäftigung anbieten zu können. Durch die
Zweitleser gelingt es, arbeitsmarktnahe Arbeitsprozesse als
Qualifizierungs- und Lernprozesse zu gestalten. Während der
Projektteilnahme werden zahlreiche Stationen unterschiedlicher
Arbeitsanforderungen durchlaufen. Beispiele hierfür sind die
Datenbankerfassung und Textformulierung für den Büchershop,
fotografieren und gestalterisches Aufarbeiten der
Medienpräsentation ebenso wie die Pflege der Daten bis hin zu
Kundenkontakten und Bestell- und Rechnungswesen. Tätigkeiten also,
wie sie in jedem Bürobetrieb anfallen. Das
Ziel einer Teilnahme ist die Verbesserung der individuellen
Beschäftigungsfähigkeit und ein erfolgreicher Übergang
in Erwerbstätigkeit, unabhängig von sozialen
Transferleistungen.
Die Förderer
Die vorhandenen Arbeitsplätze werden ausschließlich mit
Leistungsempfängern/innen von Arbeitslosengeld II in
Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Stuttgart belegt. Zusätzlich wurde
das Projekt bis Ende 2007 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds
[ESF] gefördert. Dabei übernahm der ESF die Kosten für
die Entwicklung und Erprobung informellen Lernens im Projekt.
Informelles Lernen heißt, dass die Lernprozesse - im Gegensatz zu
schulischem oder universitärem Lernen - nicht mit einem formalen
Nachweis [Zeugnis, Zertifikat, ...] abschließt. Aufgabe der
Projektverantwortlichen wird sein, diese informellen Lernpotenziale bei
jedem Einzelnen zu identifizieren und im Hinblick auf die Erfordernisse
des ersten Arbeitsmarktes gezielt zu fördern.
modernes Antiquariat im Fasanenhof
Mit Aufnahme des Projektes in das Bundesprogramm
"Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die Soziale Stadt"
wird erstmals vor Ort - konkret im Stuttgarter Stadtteil
Fasanenhof
- mit der Einrichtung eines Buchladens versucht,
Zielsetzungen der Arbeitsförderung und der Stadtteilentwicklung miteinander zu verknüpfen.
In Form eines modernen Antiquariats werden in einem Präsenzangebot von mehr als 2.000 Büchern
und dem Zugang zur Datenbank mit weiteren 20.000 Medien die bestehende Versorgungslücke im Stadtteil geschlossen.
Damit erhalten die Bewohner/innen einen verbesserten Zugang zum Kulturgut Buch, da es weder einen Buchladen noch eine Stadtteilbücherei gibt.
Zusätzlich zum Betrieb des Qualifizierungsprojektes und dem Antiquariat werden Kooperationsaktivitäten,
mit im Stadtteil verorteten Institutionen, initiiert und durchgeführt.
Unsere Zahlen und Fakten
Im Frühjahr 2006 startete das Projekt mit 14
Arbeitsplätzen.
Seitdem wurden etwa 30.000 Bücher gespendet, erfasst und im Büchershop veröffentlicht und
stehen dem potenziellen Zweitleser zur Verfügung.
Über 8000 Bücher konnten bereits dem
Zweitlesen zugeführt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um
Menschen, die über das Internet Bücher kaufen, sondern auch
um Teilnehmer/innen der anderen Beschäftigungs- und
Qualifizierungsprojekte, die als Arbeitslosengeld
II-Empfänger/innen die günstigen Preise schätzen.
Außerdem entstehen derzeit Partnerschaften mit sozialen
Einrichtungen und Schulen in Stuttgart, die kostenlos unser
Angebot für ihre Bücherei nutzen können.
Wie Sie an den Preisen unserer Bücher merken werden, wird der
Erfolg des Projektes nicht daran gemessen, wie viele Bücher wir
verkaufen oder wie viel Geld damit verdient wird. Vorrangig ist, dass
das Projekt Zweitleser Arbeitslose durch seine
Beschäftigungsprozesse in ihren Integrationsbemühungen
fördert, um deren Chancen auf die Teilhabe am Arbeitsleben zu
verbessern.
Sie können unser Projekt unterstützen, in dem Sie
entweder Ihre Bücher spenden oder im Büchershop
nachschauen, ob etwas für Sie dabei ist?
© Gesellschaft für Jugendsozialarbeit und Bildungsförderung
e.V. Stuttgart. 2008.
Alle Rechte vorbehalten
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